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Das Calenberger Land

Das Calenberger Land
Das Calenberger Land erstreckt sich linksseitig der Leine zwischen Pattensen, Wunstorf und wird im Süden vom Deister begrenzt. Es liegt in der Calenberger Lößbörde und ist aufgrund der fruchtbaren Böden vom Ackerbau geprägt. Die Erhebungen Süllberg (199 m ü. NN), Benther Berg (173 m), Gehrdener Berg (154 m) und Stemmer Berg (122 m) überragen das sonst eher flache Land. Die Bewohner Hannovers schätzen die Gegend als Naherholungsgebiet.
Das Calenberger Land

Der heutige geographische Raum des Calenberger Landes entspricht etwa dem germanischen Marstemgau. Hier herrschten im Frühmittelalter die Billunger. Ab dem 12. Jahrhundert bildeten sich Herrschaftsbereiche von regionalen Grafengeschlechtern, die ihren Besitz als Lehen von den Mindener und Hildesheimer Bischöfen erhielten. Das waren die Grafen von Wölpe (Nienburg/Weser), von Roden (Wunstorf), von Schaumburg, von Schwalenberg (Barsinghausen), von Spiegelberg (Lauenstein) und von Hallermund (Springe). In dieser Zeit stifteten die Grafen eine Reihe von Klöstern, wie das Kloster Mariensee, das Kloster Marienwerder, das Kloster Barsinghausen, das Kloster Wennigsen und das Kloster Wülfinghausen. Im 13. Jahrhundert bekamen die Welfen die Oberhand im Calenberger Land, das diesen Namen noch nicht trug. Sie kauften den Grafen ihre Ländereien ab oder besiegten in Fehden deren Lehensgeber, die Bischöfe von Hildesheim und Minden. Im 13. Jahrhundert errichteten die Welfen südlich von Hannover in Leinenähe die Wasserburg Calenberg. Darauf entstand das welfische Teilfürstentum Calenberg. Auf diese Weise entwickelte sich das Herrschaftsgebiet des Fürstentums Calenberg, das früher weit größer war als das Calenberger Land heute. Im 15. Jahrhundert erstreckte es sich im Norden bis Nienburg/Weser und im Südwesten bis Hameln. 1495 wurde das Fürstentum Calenberg mit dem Fürstentum Göttingen zum Fürstentum Calenberg-Göttingen vereinigt.

Während der Hildesheimer Stiftsfehde gab es 1519 schwere Verwüstungen in der Gegend. Eine 1590 angefertigte Karte stellt fast alle Orte des Calenberger Landes brennend dar. 1542 wurde das Gebiet durch die Herzoginwitwe Elisabeth von Brandenburg lutherisch. Anton Corvinus führte in ihrem Auftrag die Reformation durch. Ein Rekatholisierungsversuch durch Herzog Erich II. während des Schmalkaldischen Krieges misslang wegen des Widerstands der Bevölkerung.

Während des Dreißigjährigen Krieges marschierten 1625 die Truppen Tillys ein und nahmen die Festung Calenberg nach dreiwöchiger Belagerung ein. Der Feldherr beherrschte das gesamte Calenberger Land mit Ausnahme Hannovers. Erst 1633 wurde die Festung zurückerobert.

Das Gebiet des Fürstentums Calenberg wurde im 19. Jahrhundert gemeinsam mit den Grafschaften Hoya und Diepholz zur Landdrostei, dem späteren, bis 2004 existierenden Regierungsbezirk Hannover. Ein anhaltender wirtschaftlicher Aufschwung im Calenberger Land kam durch die verstärkte Nutzung der geologischen und landwirtschaftlichen Ressourcen, wie Kalibergbau, intensiver Zuckerrübenanbau mit Zucker- und Zementfabriken zustande.

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