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Der Ursprung des platten Landes

Schloss Marienburg

Das Schloss gehörte der Königin Marie. Beim Bau des Schlosses wurden auf dem Marienberg zahlreiche Fußwege angelegt, die zum Wandern auf dem Marienberg und dem benachbarten Adenser Berg einladen. Die mittelalterlichen Wallanlagen um die Marienburg und am ehemaligen Wartturm können begangen werden. Von den Wegen am Waldrand des Adenser Berges ergeben sich Ausblicke über das Calenberger Land.

Blick auf den Ostflügel der Marienburg
Blick auf den Ostflügel der Marienburg oberhalb der künstlichen Schlucht und Blick hinunter zur Leine und zur Burg Poppenburg als Aquarell um 1864

Zum Geburtstag am 14. April 1857 übertrug König Georg V. von Hannover den Schulenburger Berg und das darauf zu erbauende Schloss in einer Schenkungsurkunde seiner Gemahlin, der Königin Marie, als Privateigentum. Das Schloss sollte als ländliche Sommerresidenz, Jagdschloss und späterer Witwensitz dienen.

Die Königin Marie plante ihr „Eldorado“ in Form einer mittelalterlichen, gotischen Höhenburg in romantischer Lage weit über dem Leinetal. Dafür war das in Aussicht genommene Grundstück bestens geeignet. Es lag in der Nähe des ehemaligen Stammhauses der Welfen, der Burg Calenberg, und befand sich dicht bei dem vor kurzem gebauten Bahnhof Nordstemmen, in dem der königliche Salonwagen nach der Bahnfahrt untergestellt werden durfte. Außerdem bot es sich an, dass die Höhenburg in die bereits vorhandene Ringwallanlage hineingebaut wurde, und der Abhang zur Leine hin konnte dank eines Steinbruches so schroff abgetragen werden, dass die Marienburg vom Leinetal aus wie eine mittelalterliche Festung aussehen musste. In dem zu einer wilden Schlucht vertieften Steinbruch sollte schließlich ein romantischer Wasserfall unter einer Zugbrücke in die Leine hinabstürzen. Günstig war auch, dass der Marienberg ein sagenumwogener Ort war, der – wie es hieß – von Zwergen bewohnt war, denen die Königin an den Zufahrten und Ausfahrten des Schlosses kleine Denkmale setzen konnte.

großes Bild freigegeben unter der GFDL-Lizenz. Foto: H.Dassow, Griesheim.
kleines Bild: gemeinfrei

Historische Karte von Niedersachsen 1789
Historische Karte von Niedersachsen 1789

Geschichte

Seit dem 15. Jahrhundert stand südlich von Hannover in Leinenähe die Festung Calenberg. 1495 wurde das Fürstentum Calenberg mit dem Fürstentum Göttingen zum Fürstentum Calenberg-Göttingen vereinigt.

1542 wurde das Gebiet durch die Herzoginwitwe Elisabeth reformiert. Im 30jährigen Krieg wurde die Residenz des Herzogs in die Stadt Hannover verlegt, und der Name der Stadt ging nach und nach auf das Territorium über. Das Calenberger Land wurde 1823 gemeinsam mit Hoya und Diepholz zum Landdrostei-, später Regierungsbezirk Hannover.

Aufgrund des guten Bodens wurde intensive Landwirtschaft betrieben, seit dem 19. Jahrhundert entstanden Kalibergbau, Zucker- und Zementfabriken.

Fürstentum Calenberg

Das Fürstentum Calenberg ist ein im 15. Jahrhundert entstandenes Teilfürstentum des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Niedersachsen. Nachfolgestaat war das Königreich Hannover.

Geschichte

Die Herrschaft umfasste zunächst nur das heutige Calenberger Land zwischen Leine und Deister. 1432 spaltete sich Calenberg als eigenständiges Fürstentum vom Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel ab. Nachdem es 1463 mit dem Fürstentum Göttingen vereinigt wurde, fiel es 1584 an die Wolfenbüttler Liene zurück, ehe es infolge der welfischen Erbauseinandersetzungen im Jahre 1635 an das Neue Haus Lüneburg unter Georg von Calenberg kam, der Hannover als Residenzstandt ausbaute. 1665 um das Fürstentum Grubenhagen sowie 1705 um das Fürstentum Lüneburg erweitert und 1692 in den Rang eines Kurfürstentums erhoben, existerte es bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches.

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